Presseübersicht

Vor wenigen Tagen erschien das „Times-Uni-Ranking 2021“. Es ist die wichtigste Rangliste für Hochschulen weltweit. Österreichs Universitäten sind wieder weit abgeschlagen: Wir verlieren den Kampf um die Zukunft!

Das Ergebnis ist verheerend und die Größe unseres Landes keine Ausrede: Die Technische Hochschule Zürich belegt Platz 14. Die Schweizer schaffen es vier Mal, die Niederlande gleich sieben Mal unter die ersten 100. Das kleine Schweden liegt auf Platz 36.

Die Lage ist gefährlicher, als unseren Politikern bewusst ist: Österreichs Reichtum besteht nur zu einem Prozent aus Rohstoffen. Wir sind auf Erfindergeist, Tüchtigkeit und Können der Bürger angewiesen. Vor ein paar Jahrzehnten gab es dutzende Nobelpreisträger, die das österreichische Bildungswesen durchlaufen hatten. Heute blicken wir neidvoll auf Bildungszwerge wie Singapur (Platz 25 im Times-Uni-Ranking), die uns längst überholt haben.

In Österreich bricht jeder zweite Maturant das Hochschulstudium ab. Eine Mehrheit der Schulabgänger ist den Anforderungen eines Mathematikstudiums nicht gewachsen. Das Desaster hat seinen Ursprung an Österreichs Schulen. Rund 30% der Schüler können nach neun Jahren Unterricht nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen. Sie sind funktionale Analphabeten. Zum Vergleich: In Hongkong gibt es unter 100 Zehnjährigen 45 Mathematik-Asse!

Wohin das im Zeitalter der Roboter und künstlichen Intelligenz führt, sehen wir bereits: Die chinesischen Konzerne Baidu, Alibaba und Tencent teilen sich mit den US-Giganten Google, Facebook, Microsoft, Skype und Amazon den europäischen Markt auf. Europa wird in Zukunft teuer dafür bezahlen, wenn es selbstfahrende Autos, Smartphones, Präzisionsmedizin, Roboter, Drohnen, 3D-Drucker, Online-Dienste oder Bezahlsysteme benützen will. Denn auf diesen Erfindungen sind zumeist US- amerikanische oder chinesische Patente angemeldet. Das macht uns abhängig, erpressbar und machtlos.

China bildet jedes Jahr eine Million Ingenieure aus. In Indiens Schulen ist die Weltelite der Computerprogrammierer zu Hause. Österreich braucht die Wende. Wir brauchen mehr Geld und mehr Autonomie für Universitäten. Wir brauchen wir ein in viele Schultypen gegliedertes, leistungsorientiertes Bildungssystem. Und wir brauchen eine neue Staatsführung. Denn zu vielen Bildungspolitikern ist es lieber, dass „alle Menschen gleich schlecht anstatt unterschiedlich gut sind“. Das ist der falsche Weg.

In Abwandlung eines Zitates von US-Wirtschafts-Nobelpreisträger Milton Friedman könnte man sagen: „Was passiert, wenn ungeeignete Bildungspolitiker die Verantwortung für die Sahara bekämen? Fünf Jahre lang nichts und dann wird der Sand knapp.“

Von Tassilo Wallentin

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Xmal ® ist ein Lernkartenspiel, bei dem es auf einzigartige Weise gelungen ist, Freude am Spielen mit dem Erfolg beim Lernen zu verbinden. Als Spielgrundlage dient eine Kernkompetenz der Mathematik- das kleine Einmaleins.

Der Erfinder, Johannes Goßler, ist Pädagoge. Nach seiner Erfahrung beherrschen viele Kinder das kleine Einmaleins nur unzureichend. Deshalb suchte er nach einer Möglichkeit, das Einmaleins so zu vermitteln, dass seine Schülerinnen und Schüler es mit Leichtigkeit und Spaß erlernen. Daraus entstand die Idee, aus dem kleinen Einmaleins ein Kartenspiel zu machen.

Bereits beim ersten Einsatz des Kartenspiels fiel auf, wie engagiert und aktiv die Kinder bei der Sache waren. Jeder wollte nun der Erste sein und die Aufgaben möglichst schnell lösen. Nach jahrelangem erfolgreichen Einsatz im eigenen Unterricht, beschloss Herr Goßler dieses einfache, effektive Spiel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Februar 2019 wurde für die Vermarktung der joy2all Verlag gegründet.

Unser Anliegen

Wir wollen, dass Kinder auch nach zwei Jahren Schule Spaß am Lernen haben. Die Welt gemeinsam auch haptisch zu entdecken, zu staunen, zu beobachten und sich Fähigkeiten anzueignen, macht Freude! Mit unseren Produkten möchten wir dazu beitragen, die Freude am Lernen neu zu entdecken. Außerdem ist es uns wichtig, in einem zunehmend digitalisierten Lebensumfeld das „analoge“ gemeinsame Spielen und Miteinander zu fördern.

Das Leben in Schule und Familie darf unseres Erachtens für alle Beteiligten fröhlicher, leichter und schöner werden.

Unser erstes Produkt dazu: Xmal®

Xmal® besteht aus 91 farbenfroh gehaltenen Spielkarten zu allen Reihen des kleinen Einmaleins sowie 9 Spezialkarten. Es lädt zu insgesamt neun unterschiedlichen Spielvariationen ein.

Die äußerst lerneffektive und konzentrationsfördernde Spielmöglichkeit „Xmal“ wird ergänzt durch die gemütliche Alternative „Trumpfmal!“, bei der Strategiefüchse auf ihre Kosten kommen.

Etliche weitere Spielvarianten werden auf unserer Homepage unter www.joy2all.de vorgestellt.

Alle Varianten haben gemeinsam, dass sie das Üben und Festigen des Einmaleins, der Division, des Ergänzens und der Subtraktion einfach durch gemeinsames Spielen ermöglichen. Statt zu „pauken“ oder viele Arbeitsblätter auszufüllen, lernt man hier nebenbei, aber äußerst effektiv, verschiedene mathematische Operationen und hat noch jede Menge Spaß.

Durch die ansprechende Form von Xmal, dem einfachen Aufbau und seinem spielerischen Charakter, haben wir eine Möglichkeit geschaffen, wie Kinder das Einmaleins gerne lernen wollen.

Wir betrachten Xmal® als den Start einer „Bildungsoffensive der Spielfreude“. Mathematik soll Kindern keine Angst machen, sondern als das entdeckt werden, was es ist: Ein großes Spiel mit Zahlen.

Kundenrezessionen und Feedback

Die Wissenschaftlerin Beate Leßmann sagt über dieses Spiel: „Das ist das Mau-Mau der Mathematik“.

Eine Pädagogikprofessorin aus Linz (AT) äußerte, dieses Spiel sei das, worauf sie aus pädagogischer Sicht lange gewartet habe.

Sehr gefreut haben wir uns über das Feedback von Lehrern, Ergotherapeuten und Logopäden, die die Fördermöglichkeiten von Xmal® für ihre Disziplinen entdeckt haben.

Bei jungen Erwachsenen kommt die dem Skat ähnliche Spielvariante Trumpfmal! mit Ansagen besonders gut an.

Im Spiel mit Senioren gibt es vor allem bei der schnellen Variante Xmal viel zu Lachen. Mancher jüngere Mitspieler wird feststellen, dass das Einmaleins früher wesentlich besser beherrscht wurde.

Eltern und Großeltern erzählen, dass ihre Kinder nun richtig Spaß an der Mathematik gewonnen haben. Das schönste Kompliment kam von einer Mutter aus Niederbayern, die sagte: „Das war das einzige Spiel, das uns allen so viel Spaß gemacht hat, dass wir es mit in den Campingurlaub genommen haben.“

Xmal erwerben

Wenn Sie Ihre Klasse, Ihre Kinder oder Enkel für das kleine Einmaleins begeistern möchten oder selbst gegenüber Spielspaß nicht abgeneigt sind, bestellen Sie Xmal unter www.joy2all.de. Sie können unsere „Bildungsoffensive der Spielfreude“ auch dadurch unterstützen, dass Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden und Bekannten teilen. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

Über joy2all Verlag

Der joy2all Verlag ist ein Start-up im Bildungswesen. Wir erstellen Produkte die es Kindern, Eltern und Lehrern ermöglichen Bildung als etwas Schönes und Einfaches zu erleben. Gegenwärtig verkaufen wir hierzu das Kartenspiel „Xmal“ und die „Motivations- und Leseraupe“. Für weitere Informationen über den joy2all Verlag besuchen Sie unsere Website www.joy2all.de

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

joy2all Verlag
Irlesberg 14
94133 Röhrnbach
Telefon: +49 (151) 17558122
https://www.joy2all.de

Ansprechpartner:
Magister Johannes Goßler
Gründer
E-Mail: office@verlag.joy2all.de
 
FOCUS-Online-Redakteurin
 

Was ist nötig, um ein selbstbewusstes Kind zu erziehen? Die meisten Eltern wissen, dass Motivation und Lob eine entscheidende Rolle spielen. Je mehr Zuspruch ein Kind bekommt, so die verbreitete Vorstellung, desto selbstbewusster und erfolgreicher wird es später sein. Das ist richtig – aber nur zum Teil.

In Wahrheit ist es die Art des Lobes, die den entscheidenden Unterschied macht. Denn damit steuern Eltern, welche Denkweise ihr Kind sich aneignet. Falsches Lob kann erheblichen Schaden anrichten.

Dr. Carol Dweck, eine führende Forscherin auf dem Gebiet, hat auf der Grundlage mehrerer Studien zwei potentielle Denkmodelle entwickelt, die Kinder durch die Erfahrungen, die sie machen, für sich annehmen.

 
 

„growth mindset“ vs. „fixed mindset“

Je nachdem wie Eltern und andere Bezugspersonen mit einem Kind kommunizieren, wird es entweder ein „growth mindset“ oder ein „fixed mindset“entwickeln.

 
 

Kinder mit einem „fixed mindset“, also einer fixierten Denkweise, sind der Ansicht, dass Dinge wie Kreativität, Intelligenz und Charakter angeboren sind und nicht verändert werden können. Daher glauben sie, dass sie ihre Fähigkeiten und Eigenschaften nicht verändern können – egal, wie sehr sie es versuchen.

Sie halten ihr Potenzial für begrenzt und wollen daher lieber keine Herausforderungen annehmen, um ihre Fähigkeiten nicht auf die Probe zu stellen. Denn für Kinder mit einem „fixed mindset“ ist Scheitern eine Tragödie.

Spannend, aber gerade keine Zeit?

Kinder mit einem „growth mindset“hingegen haben verstanden, dass ihr Gehirn wie ein Muskel ist, der trainiert werden kann. Sie wissen, dass ihre Fähigkeiten sich verbessern, wenn sie nur genug üben. Sie verstehen ihre Intelligenz als das Ergebnis eines Prozesses, in dem sie immer mehr dazu gelernt haben. Deshalb suchen Kinder mit einem „growth mindset“ häufiger nach Herausforderungen und haben weniger Angst, zu scheitern.

Welche Denkweise sie sich aneignen, wird darüber bestimmen, wie selbstbewusst, erfolgreich und glücklich Kinder im späteren Leben sein werden.

Eltern sollten die folgenden Fehler daher vermeiden:

1. Kind für seine Intelligenz loben

Viele Eltern glauben, dass sie ihrem Kind etwas Gutes tun, wenn sie ihm wieder und wieder sagen, wie schlau es ist. Doch das Gegenteil kann der Fall sein. Sagt man einem Kind immer wieder, dass es intelligent ist, kann es schnell das Gefühl bekommen, keine Kontrolle darüber zu haben.

Denn es versteht seine Intelligenz als feststehende Tatsache und nicht als einen sich entwickelnden Prozess. Das ist problematisch, denn gleichzeitig merkt das Kind, dass es viele Dinge gibt, die es nicht weiß. Was, wenn Mama und Papa herausfinden, dass es doch nicht so schlau ist, wie sie dachten? Was, wenn sie enttäuscht sind?

Kinder, die häufig für ihre Intelligenz gelobt werden, haben oft Angst, zu versagen. Stattdessen sollten Eltern ihren Kindern vermitteln, dass Intelligenz etwas ist, das sich durch Übung entwickelt.

Zum Beispiel indem sie sagen: „Du kannst alle Bundesländer aufzählen – du hast wirklich hart dafür gearbeitet, ich bin stolz auf dich!

 

2. Aufgabe als einfach bezeichnen

Eine Aufgabe, die auf Eltern einfach wirkt, kann für ein Kind eine große Herausforderung sein. Hört ein Kind, dass etwas ganz einfach ist, das es selbst nicht lösen kann, wird es glauben, dass mit ihm etwas nicht stimmt.

Dieser Gedanke wird sein Selbstbewusstsein automatisch schwächen. Stattdessen sollten Eltern in einem solchen Fall erklären, dass diese Aufgabe schwierig sein kann.

Wenn das Kind sie dennoch lösen kann, wird es stolz darauf sein, etwas Schwieriges gemeistert zu haben. Wenn das Kind sie nicht lösen kann, wird es nicht am Boden zerstört sein, denn schließlich war es ja ein schwierige Aufgabe.

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3. Kind für schlechte Leistungen kritisieren

Wenn ein Kind sich bemüht hat, aber in der Schule oder beim Sport trotzdem nicht so gut abschneidet, wie von den Eltern gewünscht, sollte es nicht dafür kritisiert werden. Konstruktive Kritik und sinnvolle Vorschläge sind erlaubt, solange das Kind nicht daraus liest, dass es seine Aufgabe schlecht gemacht hat.

Kinder haben oft Angst, die Eltern zu enttäuschen, denn sie sind die wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Nichts greift ihr Selbstbewusstsein und ihre Motivation so sehr an wie elterliche Kritik, glaubt auch Psychologe Carl Pickhardt, der mehrere Erziehungs-Ratgeber veröffentlicht hat.

 

Stattdessen sollten Eltern ihre Kinder darin unterstützen, ihre Leistungen zu verbessern. Indem sie ihnen klarmachen, dass ihre Fähigkeiten sich durch Übung verbessern lassen. Denn: Aus Fehlern zu lernen, baut das Selbstbewusstsein auf“.

4. Kind bei allem unterstützen

Ein Kind muss spüren, dass es sich auf die Unterstützung der Eltern verlassen kann. Es muss aber auch lernen, bestimmte Dinge auf eigene Faust zu erreichen und es zu akzeptieren, wenn dann auch mal etwas schiefgeht.

Denn nur wenn es Probleme selbstständig löst, wird es in der Lage sein, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Nur dann wird es begreifen, dass Scheitern keine Tragödie ist.

Eltern sollten sich beispielsweise so weit es geht aus den Hausaufgaben heraushalten. Ein paar Dreien oder Vieren auf dem Zeugnis sind kein Drama, sondern helfen dem Kind, die eigenen Fähigkeiten einschätzen zu lernen. Es wird erkennen, in welchen Fächern es mehr Übung braucht und es wird daraus schließen, dass es die eigenen Leistungen selbst beeinflussen kann.

Natürlich dürfen Eltern bei den Hausaufgaben hilfreich zur Seite stehen, sollten sich dann aber immer wieder zurücknehmen. Hat ein Kind dauerhafte Schwierigkeiten mit dem Schulstoff, sollten Eltern sich lieber an die Lehrer wenden, anstatt für richtige Antworten zu sorgen.

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5. Kind vor Risiken beschützen

Kinder sollten sich ab und zu auch Risiken widmen. Denn: Überprotektionismus schadet. Zu diesem Schluss sind Forscher der University of British Columbia gelangt.Sie empfehlen, Kinder zeitweise unbeaufsichtigt spielen zu lassen – am besten in der Natur – um die Entwicklung ihrer Kreativität, ihrer Belastbarkeit und ihres Selbstbewusstseins zu fördern.

Kinder sollten am eigenen Leib erfahren, was Gefahr bedeutet, wie man ein Risiko richtig einschätzt und wo die eigenen Grenzen liegen. So lernen sie, nicht nur, dass ein Sturz von der Wippe kein Weltuntergangist, sondern auch, wie sie es in Zukunft vermeiden können.

FOCUS-Online-Redakteurin
 
Entwicklungsforscher Gerald Hüther sagt: Wer nur als Pflichterfüller reagiert, wird den Anforderungen der digitalisierten Welt nicht standhalten
 
 
FOCUS-Online-Redakteurin

Gerald Hüther zählt zu den führenden Hirn- und Lernforschern Deutschlands. In seinem neuen Buch warnt er mit drastischen Worten: Reformieren wir unser Bildungssystem nicht, produzieren wir eine Generation perspektivloser und unzufriedener Individuen.

Eltern wollen für ihre Kinder stets das Beste: die beste Kita, die beste Schule, die beste Uni, den besten Job. Immer verbunden mit dem Wunsch, die Voraussetzungen zu schaffen, die im gesellschaftlichen Konsens ein sorgenfreies und glückliches Leben verheißen. Privat wie beruflich.

Doch tappen wir dabei seit einigen Jahren in eine Falle, sagt Hirnforscher und Professor für Neurobiologie Gerald Hüther im Gespräch mit FOCUS Online. „Wir überfrachten die Schule mit Erwartungen, die sie nicht erfüllt, ja überhaupt nicht erfüllen kann. Wir haben sie von einer Maus aufgeblasen zu einem riesigen Elefanten, der gerade Schüler wie Eltern und Lehrer niedertrampelt.“

 

Was Hüther damit meint? „Wir halten die Schule für den Ort, an dem Kindern alles beigebracht wird, was sie später für ein gelingendes Leben brauchen und schreiben ihr damit immense Bedeutung zu. Dabei vermittelt Schule in ihrer jetzigen Form keine der Fertigkeiten, derer es in der veränderten Welt von morgen bedarf.“

 
 

So hätten Digitalisierung und Globalisierung das Umfeld, in dem wir leben, arbeiten, kommunizieren, als Gesellschaft und Individuum agieren, nachhaltig verändert – so schnell und deutlich wie nie zuvor. Dass dieser Transformationsprozess in absehbarer Zeit nicht zum Erliegen kommt, sondern sich im Gegenteil künftig noch weiter beschleunigen wird, darüber herrscht in Wissenschaft und Zivilgesellschaft weitgehender Konsens.

„Die Welt, für die unsere Schulen gemacht worden sind, existiert nicht mehr“

Doch anstatt genauer hinzuschauen und den Veränderungen nachzugehen, beruhige sich die überwiegende Mehrheit der Menschen selbst, argumentiert Hüther – indem sie sich einredeten, das sei doch alles nicht so schlimm und würde sich schon wieder geben. „Und wenn nicht, solle es doch von denen korrigiert werden, die dafür zuständig sind.“

Die damit aus seiner Sicht verbundenen Konsequenzen legt Hüther in seinem kürzlich erschienenen Buch dar, in durchaus drastischen Worten: „Die Welt, für die unsere Schulen gemacht worden sind, existiert nicht mehr“, schreibt er dort. Zwar vermittele Schule bis heute Grundfertigkeiten wie Rechnen, Schreiben, Lesen, Literatur und Biologie, die Kinder und Jugendliche in ihrem Berufs- und Erwachsenenleben weiterhin brauchten. Wer sich viel Fachwissen und Können aneigne, könne das in der Folge oft nach wie vor gewinnbringend einsetzen und besonders erfolgreich werden. „Aber für ein glückliches Leben reicht das, was Heranwachsende in den von uns geschaffenen ‚Bildungseinrichtungen‘ lernen, nicht aus.“

Über den Experten

Michael Liebert

Gerald Hüther, Jahrgang 1951, ist Professor für Neurobiologie und gehört zu den renommiertesten und bekanntesten Hirnforschern der Republik. Er versteht sich als „Brückenbauer“ zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und gesellschaftlicher Lebenspraxis. Über seine Vision eines besseren Bildungssystems schreibt er in seinem neuen Buch.

 
Buch-Empfehlung (Anzeige)

#Education For Future: Bildung für ein gelingendes Leben von G. Hüther, Goldmann-Verlag, 320 Seiten, 22 Euro

 

Die in Schulen gängigen Modi machten Kinder darüber hinaus schon sehr früh in ihrer Entwicklung zu Objekten von externen Erwartungen und Zielen, von Belehrung und Bewertung. „Damit nehmen wir den Kindern zumeist jegliche Freude am Lernen und gemeinsamen Gestalten der Welt, die ihnen doch eigentlich von Geburt an natürlich gegeben ist. Wir zwingen sie, ihre intrinsische Gestaltungsfreude zu unterdrücken, bis sie verkümmert.“

Dienst nach Vorschrift zieht nicht mehr

Das kritisiert Hüther scharf: „Das ist das Gegenteil von Bildung. Denn wem diese Freude einmal abhandenkommt, der ist in der neuen Welt verloren. Er arbeitet nur noch, weil er mit dem, was er leistet, etwas erreichen oder erlangen will. Anerkennung zum Beispiel, besonders gern in Form einer entsprechenden Entlohnung. Oder aber einen Karriereaufstieg.“ Sie leisten Dienst nach Vorschrift, könnte man sagen. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Grundsätzlich sei das völlig in Ordnung, sagt Hüther. Aber diese Art von Arbeit habe einen entscheidenden Nachteil, warnt er: „Sie ist so exakt definiert, so gut beschreibbar und ausführbar, dass sie nicht nur jede andere Person mit ähnlicher Qualifikation übernehmen kann, sondern auch ein Automat oder Roboter.“

Das gelte für sämtliche Berufssparten: „Krankenpfleger, Gärtner, sogar Ärzte, Lehrer oder Richter, die einfach nur ihren Job machen und ihre jeweiligen Aufgaben so erledigen, wie es von ihnen verlangt wird. Sie alle werden künftig sehr gut durch derartige Automaten ersetzbar.“ Selbstfahrende Autos und japanische Pflegeroboter seien diesbezüglich nur der Anfang einer nicht mehr aufzuhaltenden Entwicklung, prognostiziert der Hirnforscher.

„Und das nicht, weil sie billiger, sondern effizienter und zuverlässiger arbeiten werden. Sie brauchen weder Schlaf noch Urlaub, kennen keine Ermüdung, machen keine Fehler und sind in jeder Hinsicht produktiver als lebendige ‚Arbeiter‘, die diese Tätigkeiten für Lohn oder andere Gratifikationen übernehmen.“

Worauf es in Zukunft daher in deutlich höherem Maße ankomme, seien die sogenannten exekutiven Frontalhirnfunktionen, erklärt Hüther.

Dazu gehörten Kompetenzen wie:

  • Handlungsplanung
  • Impulskontrolle
  • Frustrationstoleranz
  • Verantwortungsgefühl
  • Empathie
  • Selbstreflexionsfähigkeit
  • Offenheit für neue Erfahrungen und Beziehungen

„Wie wollen Sie das in der Schule unterrichten und dafür auch noch Noten geben?“, fragt er. Denkt man diesen Gedanken zu Ende, wird es nach Ansicht des Neuro-Professors künftig nur noch Tätigkeiten für Menschen geben, die ihre Arbeit gerne machen, die innovativ und außerhalb vorgegebener Muster denken – und genau deshalb den Unterschied zum algorithmusgetriebenen Roboter machen.

Schon heute suchten viele Unternehmen händeringend nach Mitarbeitern, die nicht primär mit den besten Uninoten und Fachwissen überzeugen, sondern durch persönliches Engagement, die bereit sind, sich einzubringen, mitzudenken, gemeinsam mit anderen nach Lösungen zu suchen und Verantwortung übernehmen wollen. „Wie soll aber jemand später mit Freude tätig sein, der seine Lust am Lernen schon im Kindergarten, spätestens aber in der Schule verloren hat?“, fragt Hüther.

 
 

„Wir brauchen einen Bildungscampus in jeder Stadt“

Die Vision, die der 69-Jährige für die Schule der Zukunft vorschlägt, sieht sie daher nur noch als eines von vielen gleichberechtigt wichtigen Gliedern in der Bildungskette, die Kinder sukzessive an die Herausforderungen der Arbeits- und privaten Welt heranführen. „Wir brauchen einen Bildungscampus in jeder Stadt, wo die Schule die Aufgaben übernimmt, für die sie konzipiert wurde. Zudem braucht es aber auch Handwerksbetriebe. Start-Ups, Sportvereine, zivilgesellschaftliche Akteure, die allesamt hinter dem stehen, was sie tun, die Energie und Leidenschaft ausstrahlen“, fordert der Neurobiologe. „Von ihnen lernen Kinder wirklich, was sie für ein glückliches Leben brauchen.“

Dass das nicht von jetzt auf gleich umsetzbar ist, weiß er. Doch könne jedes Elternpaar, jede Lehr- und Erziehungsfachkraft schon heute anfangen, nicht mehr allein den Plänen und Vorgaben der Kultusministerien versuchen gerecht zu werden, sondern dem Kind, das ihnen anvertraut ist.

 

„Wir müssen Partnerschaften zwischen Praktikern und den Heranwachsenden installieren. Wir müssen aufhören, Kinder als Objekte in einem unveränderbaren System zu sehen, sondern sie wieder in die Lage versetzen, mit der ihnen durch die in Deutschland freiheitlich-demokratische Grundordnung gegebenen individuellen Freiheit auch wirklich umgehen zu können.“

Im ersten Schritt plädiert Hüther allerdings überhaupt für einen Debatte über das Bildungswesen hierzulande. Die Schule im herkömmlichen Sinne habe als Vorbereitung auf das Leben ausgedient. „Und genau deshalb wird es höchste Zeit, dass auch Eltern verstehen, dass die Bildung, die sie sich für ihr Kind wünschen, nicht in den Einrichtungen stattfindet, wo sie ihr Kind jeden Tag hinschicken.“

FOCUS-Online-Redakteurin

Zum „Schulchaos“:

Leserbrief: „Familien sind das wahre Opfer dieser Corona-Krise“

Kärnten – „Familien wird in Zeiten von Covid19 viel zugemutet: Homeoffice und Homeschooling beißen sich seit nunmehr sieben Wochen wie die berühmte Katze in den Schwanz. Was aber seit der geplanten Wiederöffnung der Schulen losgetreten wurde, übertrifft alle bisherigen Geschehnisse“, die dreifache Mama Isabella Schöndorfer teilte durch einen Leserbrief ihre Gedanken rund um die Coronakrise mit uns.


  • Anja Mandler
  • 17.05.2020 – 20:55 | Änderung am 17.05.2020 – 21:02

Mehr Aufgaben für wenige Kindergärtner

Um bessere Rahmenbedingungen für Kindergartenpädagogen geht es am Tag der Elementarpädagogik. Seit Jahren wird kritisiert, dass die Gruppen in Kindergärten zu groß sind, gleichzeitig würden die Anforderungen stetig steigen.

Wer sein Kind in der Früh im Kindergarten abgibt, erwartet sich optimale Betreuung und neben fürsorglichem Umgang auch individuelle Förderung. Das Bild des Kindergartens mit all seinen Aufgaben hat sich im Lauf der Jahrzehnte stark verändert, so Ariane Jobst, Kindergartenpädagogin im Klagenfurter Kindergarten Bunte Knöpfe: „Vor 30 Jahren, als ich begonnen habe im Kindergarten zu arbeiten, saßen wir bei den Tischen und die Kinder sollten arbeiten. Jetzt hat sich das Kindergartenbild geändert. Die Kinder sind individuell, wir müssen darauf mit differenziertem Arbeiten eingehen und sollen auch darauf achten, dass der Kindergarten Spaß macht.

 

Mehr Bildungs- als Betreuungseinrichtung

Der Kindergarten wird immer stärker als Bildungseinrichtung und nicht als reine Betreuungseinrichtung gesehen. Bei einer Fachtagung an der Universität Klagenfurt sollen Probleme und Lösungen erörtert werden.

Gestiegene Ansprüche, gleiche Strukturen

Die Ansprüche an die Elementarpädagogik sind also gestiegen. Mittlerweile weiß man um die Bedeutung der frühen Kindheit für die spätere Entwicklung. Gleichzeitig hätten sich aber die Rahmenbedingungen kaum verändert, so Elisabeth Nuart, Vorstand der Berufsgruppe der elementaren Bildungseinrichtungen Kärntens. Das würde die Elementarpädagogen zunehmend an die Belastungsgrenze bringen.

Nuart: „Pädagoginnen erleben, dass die Erwartungen und die Verantwortung größer werden – gleichzeitig hat sich aber nichts an den Strukturen geändert. Wir brauchen mehr Ressourcen, die Gruppengröße müsste reduziert werden. Wir brauchen dringend mehr Zeit – aber nicht direkt mit den Kindern, denn da muss man ganz präsent sein, sondern um mit den Eltern ins Gespräch zu kommen, um mit den Kolleginnen die eigene Arbeit zu reflektierten und auch zu weiterzudenken: was braucht die Gruppe jetzt, wo geht es hin.“

Mangel an Kindergartenpädagogen befürchtet

Ändert sich nichts könnte es bald zu einem Mangel an Kindergartenpädagogen kommen, so Elisabeth Nuart, denn schon jetzt würden viele, die die Ausbildung hinter sich haben, nach einiger Zeit Praxis einen Berufswechsel überlegen. Marina Hribernig absolviert gerade während ihrer Ausbildung zur Kindergartenpädagogin Praxiszeit in einem Kindergarten: „Es gibt schon Veränderungen, die ich mir persönlich für den Beruf wünschen würde. Die Kinderanzahl in den Räumen ist teilweise sehr groß. Mit mehr Personal könnte man auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen. Ds ist ein Herzenswunsch für mich, wenn ich in diesen Beruf eintrete.“

Auch Marina Hribernig wird als angehende Kindergärtnerin an der Fachtagung für Elementarpädagogik an der Alpen Adria Universität in Klagenfurt teilnehmen. Die Berufsgruppe der Elementarpädagogen will gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule und der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik auf die Probleme des Berufs aufmerksam machen und die Bedeutung ihrer Arbeit hervorheben.

Team Kärnten fordert Gesetzesnovelle

Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer fordert die Novellierung des Kinderbetreuungsgesetzes: „In Kärnten kommen auf 25 Kindergartenkinder ein Pädagoge bzw. eine Pädagogin und ein Assistent. Diese Quote muss dringend gesenkt und zusätzliches Personal zum Einsatz kommen, es geht um die individuelle Förderung unseres Nachwuchses.“

Die Aufgaben im Kinderbetreuungsbereich würden laut Köfer auch aufgrund von Herausforderungen durch Migration immer vielfältiger und schwieriger. Zudem würden familiäre Probleme in die Kindergärten verlagert: „Aufgrund der Dramatik der Situation ist Eile geboten, es müssen deutliche Verbesserungsschritte gesetzt werden.“

NEOS: Förderung im Kleinkindalter besonders wichtig

„In keiner Altersstufe kann gute, aufmerksame Betreuung durch Pädagoginnen und Pädagogen mehr bewirken als im Kleinkindalter. Hier wird die Basis für spätere schulische und berufliche Erfolge gelegt. Durch hohe Qualität in diesen Einrichtungen können wir sicherstellen, dass alle Kinder die Grundlagen für ein gelingendes Leben voller Chancen bekommen“, so Markus Unterdorfer-Morgenstern von NEOS. Österreich sei bei der Ausbildung der Pädagogen wie auch bei den Gruppengrößen Nachzügler.

Im nächsten Schuljahr kommt eine App zur Anwendung, die österreichweit einheitlich die Schulreife der Tafelklassler garantieren soll. In Kärnten wird sie ab Februar getestet. Was jetzt schon auffällt, ist der gestiegene Bedarf an Vorschulklassen weil viele Kinder deutscher Muttersprache Sprachschwächen haben.

 

Heuer entscheiden die Schulleitungen noch autonom, wie die Schulreife der Kinder festgestellt wird. Ab dem nächsten Jahr kommt eine einheitliche App zur Anwendung. Diese ist im Auftrag des Bildungsministerium entwickelt worden und soll eine österreichweite, einheitliche Feststellung der Schulreife garantieren. In Kärnten ist im Schnitt jedes zehnte sechsjährige Kind noch nicht schulreif.

Breites Spektrum an Kriterien für Schulreife

In der Vorschulklasse der Volksschule 9 in Klagenfurt können sich die Kinder spielerisch an die schulische Struktur gewöhnen. Außerdem wird die Grob- und Feinmotorik, die sprachliche Entwicklung und das mathematische Denken gefördert. Ob ein Kind eine Vorschulklasse besuchen muss, entscheidet sich bei der Schuleinschreibung. Direktorin Elisabeth Vankat sagt: „Im Zuge der Schuleinschreibung werden die Kinder von unseren Pädagogen im Hinblick auf soziale und emotionale Kompetenz, kognitive Kompetenz, körperliche Reife beobachtet. Wenn es hier Zweifelsfälle hinsichtlich der Schulreife gibt, ziehen wir auch zusätzlich den schulpsychologischen oder den schulärztlichen Dienst zu Rate.“

Schwierigkeiten bei Laut-, Wort- und Satzbildung häufiger

In den vergangenen Jahren sei der Bedarf an Vorschulklassen gestiegen, so Vankat: „Von meinen Beobachtungen her kann ich sagen, dass diese Zahl sicherlich zugenommen hat. Ich würde sagen, von einem Prozentsatz von fünf bis sieben Prozent auf zehn bis zwölf Prozent in den letzten zehn bis 15 Jahren – das ist aber nur eine persönliche Einschätzung von mir.

Feststellung der Schulreife wird vereinheitlicht

Im Februar beginnt die Schuleinschreibung für das kommende Schuljahr. Noch können die Direktoren autonom entscheiden, wie die Schulreife festgestellt wird. Im kommenden Jahr wird dies per App ermittelt.

Immer häufiger beobachtbar seien Schwächen der Sprachkompetenz in Hinblick auf die deutsche Muttersprache, „wo vielfach Kinder bis zum Schuleintritt nicht in der Lage sind, Laute, Worte und Sätze zu bilden“, so Vankat

Kritik an neuer Schulreife-Feststellung: „Zu schwierig“

Wie die Schulreife festgestellt wird, entscheiden – noch – die Schulleiter. Ab dem kommenden Jahr soll es aber ein österreichweit einheitliches Schuleingangs-Screening mit Hilfe einer App geben. In einem 20-minütigen Computerspiel werden den Kindern verschiedene Aufgaben gestellt. Die App befindet sich noch in der Testphase. Kritiker sagen, die Aufgaben seien zu schwierig. Außerdem werde befürchtet, dass Eltern künftig mehr Druck auf ihre Kinder beim Schuleingangstest ausüben.

Dazu sagt Bildungsdirektor Robert Klinglmair: „Man sollte eben keinen Druck auf die Kinder ausüben, damit sie dieses Schuleingangs-Screening schaffen – weil es eben kein Stigma ist, wenn man ein Jahr in die Vorschule geht.“

Bildungsdirektor: App nicht schon vorher schlecht reden

Eltern sollten, so Klinglmair, zum Wohle der Kinder handeln: „Wenn man wirklich noch nicht schulreif ist, ist man überfordert, verliert die Schulfreude und das sollte auch die Quintessenz sein – dieses Schuleingangs-Screening nicht schon schlecht zu reden, bevor es gestartet ist, sondern zu schauen wie es funktioniert. Ich selbst begrüße es sehr.“

Die App werde nun im Februar auch an 60 Kärntner Schulen getestet. Eine endgültige Entscheidung, ob im nächsten Jahr alle Schulen verpflichtend die App verwenden müssen oder nicht, fällt das Bildungsministerium im Frühjahr nach Auswertung der Daten.

Kurier 09.04.2019

Ihr Kind schafft es nicht, schön zu schreiben? Jetzt sagen deutsche Volksschulpädagogen, warum es vielen Schülern so geht.

von Daniela Davidovits

Oft unleserlich und zu langsam: Deutsche Lehrer kritisieren die Schreibkompetenzen ihrer Schüler. Laut einer neuen Studie hat mehr als jedes dritte Grundschulkind (37 Prozent) Probleme, eine gut lesbare und flüssige Handschrift zu entwickeln. Lehrer an weiterführenden Schulen sehen sogar bei 43 Prozent der Schüler Mängel.

Aus Sicht der Pädagogen können im Schnitt nur vier von zehn Schülern 30 Minuten und länger beschwerdefrei schreiben – ohne Verkrampfung, Ermüdung oder Unleserlichkeit.

Ursachen hierfür sehen sie in mangelnder Routine, schlechter Motorik und Koordination sowie Konzentrationsproblemen. Auch wird der zu starke Medienkonsum der Schüler von mehr als der Hälfte der Lehrer als problematisch empfunden. Und schließlich fehle es ihnen an Zeit, das Handschreiben mit den Schülern zu üben.

„Wie sollen wir den Kindern das Schreibenlernen beibringen, wenn den Lehrkräften schlicht die Zeit fehlt, sie individuell zu unterstützen?“, kritisierte der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. „Wenn Kinder dann noch motorische Defizite aufweisen, weil sie auch zu Hause nicht die notwendige Unterstützung bekommen können, geraten wir an die Grenze des Machbaren.“

Warum das Handschreiben überhaupt so wichtig ist, erläutert Marianela Diaz Meyer, Geschäftsführerin des Schreibmotorik Instituts: „Beim Handschreiben – das belegen auch zahlreiche Studien – geht es um Bildung. Handschreiben unterstützt die Rechtschreibung, das Lesen, das Textverständnis, letztlich die schulischen Leistungen insgesamt.“

Dass Schüler heutzutage allerdings länger als 30 Minuten schreiben sollten, hält Schriftforscherin Hurschler Lichtsteiner zumindest für die Volksschule für fraglich. „Schreiben hat eine wichtige Funktion, aber ist kein Ausdauersport mehr“, sagt sie. Die Handschrift sollte aber durchaus früh automatisiert sein, damit die Kinder den Kopf frei haben für die Planung ihrer Texte.

Aus Sicht der befragten Lehrer können beim Schreibenlernen neben verstärktem Üben zu Hause und in der Schule sowie speziellem Training auch Aktivitäten helfen, die auf den ersten Blick nichts mit dem Schreiben zu tun haben, aber die Feinmotorik trainieren: Malen, Basteln und Kochen.

„Lehrer haben sich schon immer beschwert“

Die Schriftforscherin Sibylle Hurschler Lichtsteiner von der Pädagogischen Hochschule Luzern gibt zu bedenken, dass das Phänomen klagender Lehrer nicht neu ist. „Schon in früheren Jahrhunderten haben sich Lehrer über die handschriftlichen Fähigkeiten ihrer Schüler beschwert“, sagt die Schweizer Wissenschaftlerin. Für eine objektive Einschätzung wäre aus ihrer Sicht eine empirische Studie mit den Schülern nötig.

Auch die emeritierte Grundschuldidaktikerin Angelika Speck-Hamdanvon der Ludwig-Maximilians-Universität München hält eine ergänzende Untersuchung mit Schülern für nötig. Die Lehrer-Umfrage sei zwar wichtig, da sie den Finger in die Wunde lege, zeige aber vor allem Vermutungen von Lehrern.

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Deutschlandfunk
03.06.2019

Michael Winterhoff zeichnet in seinem Buch „Deutschland verdummt“ ein düsteres Bild des Bildungssystems. Dessen Umkremplung vor 20 Jahren habe dazu geführt, dass jungen Menschen heute wesentliche soziale Kompetenzen fehlten. Einige 18-Jährige hätten die psychische Reife eines Kleinkindes, sagte er im Dlf.

Michael Winterhoff im Gespräch mit Thekla Jahn

Thekla Jahn: Die Ergebnisse der Europawahl vor einer Woche haben es in Deutschland nochmal ganz deutlich gemacht: Jungen Wählern brennt vor allem der Klimaschutz auf den Nägeln. Aber gleich danach kommen schon die Bildungs- und Sozialpolitik. Da scheint so einiges verbesserungswürdig. Da passen die zugespitzten Thesen von Michael Winterhoff gut, um einen öffentlichen Diskurs über das Bildungssystem zu beginnen: Das Bildungssystem verbaue unseren Kindern die Zukunft meint der Kinder- und Jugendpsychiater und betitelt sein neues Buch mit dem plakativen Satz „Deutschland verdummt“.

Dr. Michael Winterhoff, uns telefonisch zugeschaltet – Deutschland verdummt – ist das nicht ein bisschen dick aufgetragen?

Michael Winterhoff: Ja, das ist schon ein heftiger Titel, meine Frau war auch dagegen, aber es geht wirklich darum, etwas bewegen zu wollen, denn es ist doch tragisch, dass wir in einem Land leben, in dem heute schon 50 Prozent der Heranwachsenden nach Schulabschluss große Probleme haben.

Ja, wenn Sie sich mal heute Praktikanten angucken oder Auszubildende, was vielen fehlt, sind sogenannte Soft Skills, das wäre Arbeitshaltung, Sinn für Pünktlichkeit, Erkennen von Strukturen und Abläufen, das Handy ist ihnen wichtiger als der Kunde, der vor ihnen steht, und über all das, was sie mal gelernt haben, können sie nicht verfügen.

„Man hat den Kindern die Beziehung genommen“

Jahn: Was läuft denn schief in den deutschen Klassenzimmern, dass genau das Ihre Analyse ist?

Winterhoff: Ja, was schiefläuft ist, dass das Bildungswesen vor 20 Jahren umgekrempelt wurde auf Betreiben der OECD und von Ideologen, die über die Bildungspolitik das durchgesetzt haben. Das heißt, Lehrer sind nicht gefragt worden, Eltern nicht informiert worden. Und es geht um die Ideologie, die Vorstellung, Kinder könnten autonom lernen und sind auf sich gestellt letztendlich, also man hat den Kindern die Beziehung genommen – sehen Sie zum Beispiel daran, dass wir im Augenblick die beste Kita Deutschlands prämiert haben mit 25.000 Euro. Das ist eine Kita, die Funktionsräume hat, Tobe-Raum, Bastel-Raum, Café, einen Theater-Raum und vieles mehr, und die Kinder können sich dort frei bewegen und können auch sich frei entscheiden, was sie machen.

Jahn: Aber das hört sich doch erst einmal gut an.

Winterhoff: Sie sprechen mit einem Kinderpsychiater, der psychoanalytisch ausgebildet ist – für den ist das eine Katastrophe.

Impulskontrolle muss durch soziale Interaktion erlernt werden

Jahn: Weshalb?

Winterhoff: Also wir haben eine Grundintelligenz, die haben wir mitgebracht, und wir haben eine erworbene Intelligenz, und wir sind großgeworden in einer Zeit, in der sich diese emotionale und soziale Intelligenz enorm bilden konnte: Also wenn ich jetzt mit Ihnen spreche, ist völlig egal, ob ich Hunger habe, ob ich Durst habe, ob ich müde bin, ob ich Lust habe, was ich alles heute erlebt habe, wie es mir persönlich geht. Alle Impulse, die in mir sind, muss meine Psyche zur Seite drängen, damit ich mich auf Sie einstellen kann, das können Sie genauso wie ich – und 100.000 Leistungen mehr. Und diese Leistungen können sich nur bilden an der Orientierung an den Bezugspersonen, und wenn wir jetzt den Kindern die Bezugspersonen nehmen, was wir ja schon lange tun, sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule, kann sich diese Psyche nicht bilden.

Und dann muss man sich nicht wundern, dass wir heute schon so niederschmetternde Ergebnisse haben beim Übergang Schule, Beruf, denn da ist ja genau der Punkt, wo sich herausstellt: Haben wir alles richtig gemacht oder nicht?

Jahn: Das heißt, wenn ich Sie richtig verstehe, die Entwicklung der Psyche ist nur durch die Auseinandersetzung mit der menschlichen Umgebung möglich und dabei braucht es Orientierung, Hilfestellung?

Winterhoff: Ja, es ist so, Psyche, Leistung, also zum Beispiel soziale Fähigkeiten oder Arbeitshaltung, das sind Fähigkeiten, die müssten von klein auf eingeübt und abverlangt werden, also sie kommen nicht von alleine. Wenn ich aber Kinder auf sich gestellt lasse, dann leben sie quasi wie Kleinkinder in der Vorstellung: Ich kann alles bestimmen, ich kann alles steuern, ich muss mich auf niemanden einstellen und ich lebe nach Lustimpulsen. Und deshalb bleiben die da stehen.

Jahn: Jetzt haben Sie diagnostiziert, wenn ich es richtig verstanden habe, dass das eine Problem ein, ja, ein bisschen fast schon autistisches Verhalten der Kinder ist, die keine Orientierung haben, die sich selbst orientieren müssen, was sie offenbar nicht können. Auf der anderen Seite sagen Sie aber in Ihrem Buch: Es gibt eine Verdummung in Deutschland. Das heißt ja, nicht nur die sozialen Kompetenzen und die emotionalen Kompetenzen fehlen, sondern auch inhaltlich fehlt einiges. Warum?

Winterhoff: Also für mich geht es maßgeblich um Verdummung unter dem Aspekt der nicht-entwickelten psychischen Reife. Ich habe ja jeden Tag hier mit Kindern, auch mit Jugendlichen zu tun, bin übrigens viel unterwegs, spreche ja sehr viel mit Lehrern, halte viele Vorträge auch in Österreich und in der Schweiz, überall das gleiche Bild. Es ist einfach so: Wenn Sie einen 18-Jährigen haben, der den Reifegrad emotional und sozial eines Kleinkindes hat, dann ist der nicht lebenstüchtig. Der ist gegen …

„Mit dem können Sie wunderbar reden, aber es hat keinen Effekt“

Jahn: Das hört sich jetzt natürlich hart an. Also wenn Sie sagen, ein 18-Jähriger hat die Psyche eines Kleinkindes – was meinen Sie genau damit?

Winterhoff: Es ist immer die Frage, wie habe ich die Sicht? Habe ich die Sicht, bin ich umsichtig, weitsichtig, vorausdenkend, kann ich in die Zukunft gucken, kann ich Verantwortung übernehmen für mich, kann ich Verantwortung übernehmen für andere und viele Leistungen mehr, und die werden dann von einem solchen 18-Jährigen nicht erbracht. Der lebt dann lustorientiert, viele dann heute im Computer drin und kommen gar nicht so weit auch im Denken, dass es um ihr eigenes Leben geht, um die Zukunft in ihrem Leben geht. Mit dem können Sie wunderbar reden, aber es hat keinen Effekt.

„In einer Grundschule und in einem Kindergarten brauche ich digitalfreie Oasen“

Jahn: Das heißt also, Kleinkind-Psyche bedeutet, jemand, der sich um sich selber dreht. Sie haben eine weitere These Ihres Buches: Die Grundschule muss eine digitalfreie Zone sein. Gerade wird ja viel über die digitale Rückständigkeit der deutschen Schulen gesprochen. Der Digitalpakt ist verabschiedet, 5,5 Milliarden Euro sollen jetzt in die Digitalisierung der Schulen fließen. Kommt Ihre These da nicht sehr rückständig daher?

Winterhoff: Also wir sind in einem Land, in dem wir oft in vieler Weise im Wahn sind, auch im digitalen Wahn sind. Das heißt, die Digitalisierung ist doch nur eine Technik, und mit der werden junge Menschen noch besser umgehen können als ältere Menschen. Und wir brauchen nicht Menschen, die die anwenden, das ist sowieso sehr einfach, sondern die kreativ sind und darüber verfügen, was man mit der Technik machen kann. So. Wenn es um die Entwicklung geht des Kindes, dann würde das Kind erst mal mit den Wahrnehmungsorganen die Welt wahrnehmen, auch haptisch wahrnehmen, und wenn ich jetzt schon das Kind im Kindergarten programmieren lasse oder in der Grundschule, dann geht es in das Gerät rein, ich brauche aber den psychischen, menschlichen Kontakt. Ich spreche nicht gegen eine Digitalisierung, sondern die Frage ist, wann macht was Sinn? Auf der weiterführenden Schule macht ein sehr guter Informatikunterricht Sinn, die Kinder sollen dort wirklich Programmsprache und Programmieren lernen, und in manchen Unterrichtseinheiten macht es auch Sinn. Aber in einer Grundschule und in einem Kindergarten brauche ich digitalfreie Oasen.

Diese Geräte haben eben die große Gefahr: Man kann alles sofort haben, man kann wegwitschen, wenn es mir zu schwer ist. Das entspricht letztendlich quasi der Säuglingsphase. Das heißt, wenn Kinder viel in diesen Geräten sind, dann können sie auch deshalb sich nicht entwickeln, und auch die Bewegung wird sehr reduziert, es sind dann nur noch Kinder, die im Moment leben.

Jahn: Wenn ich Ihre Rundum-Kritik einmal versuche, auf den Punkt zu bringen: Sie wollen also wieder alles zurückdrehen, also Frontalunterricht des Lehrers, der vor der Tafel oder demnächst vor dem Whiteboard steht?

Winterhoff: Jetzt passiert das, was wahrscheinlich vielen passieren wird, dass sie wieder Frontal und Gruppe meinen. Noch mal sehr klar: Wie man unterrichtet, ob frontal oder auch in Gruppeneinheiten, das ist nicht mein Thema. Mein Thema ist, dass das Kind auf sich gestellt ist. Das heißt, wenn Sie in Gruppen arbeiten, das ist nicht mein Thema.

Jahn: Das heißt, Ihre Kritik ist die Kritik am Konzept des autonomen Lernens.

Winterhoff: Das autonome Lernen heißt, ich brauche keinen Lehrer, ich brauche keinen Erzieher, ich regele das selbst. Seit 20 Jahren, das habe ich ja sehr gut recherchiert, ist das so.

„Es ist so dramatisch. Die Lehrer haben einen Maulkorb aufbekommen“

Jahn: Jetzt sagen Sie gerade, Sie haben es gut recherchiert. In Ihrem Buch schreiben Sie auch, dass viele aus diesem Bildungsbereich sich auch an Sie gewandt haben. Aber Sie haben keinen erwähnt im Buch, da diese Experten, wie Sie schreiben, aus Angst vor Nachteilen im Beruf nicht namentlich genannt werden sollen. Ist es wirklich so dramatisch?

Winterhoff: Es ist so dramatisch. Die Lehrer haben einen Maulkorb aufbekommen. Ein Lehrer, der heute klar sagen würde, wie die Verhältnisse an seiner Schule sind, in der Klasse sind, bei den Kindern sind, der wird danach sehr, sehr viel Druck erfahren, und deshalb: Ich habe sehr viele Lehrer, die bereit waren, mir Material zu geben, auch zum Interview zur Verfügung zu stehen, aber immer darauf bestanden haben, dass sie anonym bleiben.

Winterhoff: Wir brauchen eine Bildungsoffensive

Jahn: Fassen wir das kurz zusammen: Sie fordern eine groß angelegte Bildungsoffensive. Was genau meinen Sie damit? Also wer muss alles mit ins Boot und auf welcher Bildungsroute soll es zu welchem Zielhafen gehen?

Winterhoff: Also ich hoffe, dass viele Erwachsene heute die Politik auffordern, etwas zu tun, das ist Grundlage, sonst wird sich nichts verändern. Zu einer Bildungsoffensive brauche ich Lehrer, die engagiert sind und bereit sind, darzustellen, wie die Probleme sind, dass man jetzt in Ruhe überlegt: Was können wir tun, damit die Kinder in fünf, sieben oder zehn Jahren andere Voraussetzungen haben? Es gibt dazu super Vorbilder die ich gesehen habe in der Schweiz und auch gesehen habe in Südtirol, wie man wirklich die Kinder von heute so fördern kann, dass alle klarkommen und später im Leben über diese emotionale, soziale Psyche verfügen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Kleine Zeitung
02.10.2019

Welche Fragen sind Fünfjährigen zumutbar? Ab 2021 wird bundesweit einheitlich getestet SYMBOLFOTO: PENZ (3)

Aufregung um Tests zur Feststellung der Schulreife: Kritiker sehen zu schwierige Aufgaben für Fünfjährige und einen fatalen Erstkontakt mit der Schule. Projektleiterin kontert: „Test wird adaptiert.“

Von Christian Penz

Es sind Fragen an angehende Volksschüler, die für Ärger und Verwunderung sowohl bei Eltern als auch Lehrern sorgen: Fünfjährige sollen (wohlgemerkt bei ihrer Schuleinschreibung, also rund acht Monate vor ihrem tatsächlichen Schulbeginn!) etwa folgende Frage beantworten: „Poldis Opa ist 73 Jahre alt. Wie alt ist er im nächsten Jahr?“ Oder in einer Zahlenreihe (53 – 500320 – 532 – 52 – 523 – 50023) die Zahl 523 erkennen.

Die Fragen sind Teil der sogenannten Einschulungsscreenings für angehende Volksschüler (wir berichteten). Im kommenden Jänner erfolgt dieser „Schulreifetest“ ja noch freiwillig, ehe er ab 2021 dann bundesweit einheitlich verpflichtend ist. Nun, in der Pilotphase des Projekts (u. a. mit zehn steirischen Volksschulen), hagelt es heftige Kritik: „Mit diesem Screening wird in Richtung Überforderung der Kinder gearbeitet. Statt sich auf die Schule zu freuen, werden Fünfjährige beinahe überfordert und demotiviert. Es werden keine Potenziale gemessen, sondern nur Defizite“, meint ein Involvierter, der einem Screening beigewohnt hat, zur Kleinen Zeitung. Es gebe „Zeitdruck und zu schwere Aufgaben. Früher gab es eine entspannte Gesprächssituation zur Feststellung der Schulreife, jetzt muss das Kind nur passiv auf die Aufgaben am Tablet reagieren.“

Das Ganze sei fatal, weil es ja praktisch der erste Kontakt des Schülers mit seiner zukünftigen Schule ist – „die Kinder werden damit gebrochen“. In der ersten Testphase hätten zudem „Kinder das Schulhaus nach der Testung weinend verlassen“.

Die Grazer Entwicklungspsychologin Karin Landerl – sie entwickelte mit Wiener Kollegen das Screening – nimmt zu den Vorwürfen Stellung: „Eines vorweg: Es handelt sich um die Pilotphase des Projekts, die Aufgabenreihe wird während der zweijährigen Entwicklungsphase laufend überarbeitet.“ So habe es nach der ersten Testphase eine Reihe von Aufgaben gegeben, die bereits angepasst wurden. Auf den Einwand, dass ein 40-Minuten-Test zu strapaziös für Fünfjährige sei, entgegnet Landerl: „Das war nur die Pilotversion. Das fertige Verfahren dauert dann nur 20 Minuten.“

Die Grazer Projektleiterin will mit einem Mythos aufräumen: „Weil ein Kind beim Screening schlecht abschneidet, heißt das ja nicht, dass es nicht in die Schule kommt.“ Es gehe nicht um Selektion, sondern Förderung: „Wir wollen jene Kinder identifizieren, die Förderbedarf haben.“

Die Kritik daran, dass Fünfjährige den Test bevorzugt auf einem Tablet absolvieren müssen, sieht Landerl entspannt: „99,5 Prozent der Fünfjährigen haben ja zumindest am Smartphone schon digitale Vorerfahrungen. Die Aufgaben sind auch lustig und spielerisch gestaltet.“ Außerdem könne die Schule statt der Tablet- eine Papierversion verwenden.

Das Screening

In Zukunft sollen Überprüfung und Beurteilung der Schulreife mit einheitlichen Tests festgestellt werden. „Geprüft“ wird das Kind dann vorzugsweise mittels App auf einem Tablet oder mit Papier und Bleistift.

Derzeit läuft u. a. an zehn steirischen Schulen die Pilotphase.

Ab 2021 ist der neue Test dann bundesweit verpflichtend.

Bei der Verwendung der ausschließlich männlichen Form gilt dies für alle Geschlechter.

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